Kotwasser bei Pferden

Was ist eigentlich Kotwasser?

Symptome Im Gegensatz zum Durchfall ist die Konsistenz des Pferdekots bei einer Kotwasserproblematik normal. Nach oder vor dem Absatz der Pferdeäpfel läuft oder spritzt bräunliches Wasser aus dem After und rinnt an den Beinen herunter. Dadurch kann die Haut stark in Mitleidenschaft gezogen werden, es kann zu Reizungen kommen bis hin zu offenen Stellen. Besonders schlimm wird es im Winter, wenn bei niedrigen Temperaturen die Feuchtigkeit auf der Haut gefriert und das Pferd überhaupt nicht mehr trocknen kann.

Mögliche Ursachen des Kotwassers:

  • Störungen der Darmflora durch vorausgegangene medikamentöse Behandlung wie z. B. Antibiotika, belastetes Heu(Mykotoxine) oder Pferdefutter
  • Psychische Belastung
  • Übersäuerung
  • Teilweise oder regelmäßige Verstopfung des Blinddarms, wobei nur das Wasser an der verstopften Stelle vorbeigepresst und nach außen gelangt.
  • Fütterungsfehler
  • Einseitige Ernährung mit Silage
  • Parasiten
  • Zahnproblematik (das Futter wird nur unzureichend zerkleinert)

Was ist zu beachten?

Thema Stall Checken Sie die Situation Ihres Pferdes genau ab. Wie sieht es im (Offen-)Stall aus? Wird häufig genug ausgemistet? Wie ist die Qualität der Einstreu? Ist das Stroh schimmelfrei? Manchmal empfiehlt es sich, für eine gewisse Zeit Sägemehl anstelle von Stroh zu verwenden. Auch in diesem Fall ist ein häufiges Ausmisten sehr wichtig.

Thema Soziales Umfeld Wie steht es um die soziale Situation im (Offen-)Stall? Ist die Rangfolge geregelt? Verträgt Ihr Pferd sich mit seinen Nachbarn im Stall und auf der Koppel? Ist es friedlich im Offenstall, oder haben sie Konflikte unter den Pferden bemerkt? Wie ist die Fürsorge geregelt? Erhält Ihr Pferd genügend Aufmerksamkeit und Ansprache? Wie ist sein Verhältnis zu den Pflegern? Jeder einzelne Faktor kann hier entscheidend sein.

Thema Pferdefutter Weniger ist oft mehr – vor allem in Pferdefütterung! Gerade bei Kotwasserpferden sollten Sie auf ausreichend Heu von bester Qualität achten. Raufutter ist das 1A Pferdefutter schlechthin. Viele Pferde vertragen Kraftfutter nicht so gut, zuviel kohlehydratreiche Futterkomponenten führen zu einer Übersäuerung des Stoffwechsels und zu unerwünschten Gärungen im Darm. Hier kann eine Entgiftung das Gleichgewicht wieder herstellen. Passen Sie die Zusammenstellung von Pferdefutter unbedingt an die Leistungsanforderungen Ihres Pferdes an! Wichtig ist, dass Ihr Pferd jederzeit Heu und ausreichend Wasser zur Verfügung hat. Es hat sich herausgestellt, dass silagebetonte Fütterung das Auftreten von Kotwasser begünstigen kann. Verzichten Sie für eine Zeitlang auf Silage und ersetzen Sie diese durch möglichst hochwertiges Heu.

Thema Zähne Achten Sie unbedingt auf den Zustand der Zähne! Leidet Ihr Pferd unter Zahnproblemen, kann es unter Umständen die Nahrung nicht mehr ausreichend zerkauen. Dies betrifft besonders häufig ältere Pferde. Wenn die Nahrung nicht ausreichend eingespeichelt wird, kann dies schwerwiegende Auswirkungen auf den gesamten Verdauungsvorgang haben, Nachgärungen und Blähungen können auftreten. Die Entstehung von Kotwasser wird so begünstigt.

Thema Kräuter und Enzyme Für eine reibungslose Verdauung sind zahlreiche Enzyme von entscheidender Bedeutung. Reichern Sie das Basisfutter täglich mit bitterstoffhaltigen Kräutern an. Empfehlenswert sind hier Mischungen, die z. B. Brennessel und Löwenzahn enthalten. Diese fördern die Enzymbildung und helfen Leber und Nieren bei Ihrer Arbeit. Langfristig unterstützen Sie so eine dauerhafte Stabilisierung des Stoffwechsels Ihres Pferdes.

Fazit

Betrachten Sie Ihr Pferd als ganzheitliches Wesen! Die Gesundheit Ihres Pferdes ist abhängig von seelischen und körperlichen Faktoren. Nur wenn beides im Einklang ist, geht es Ihrem Pferd wirklich gut. Dies gilt auch und in besonderem Maß für Pferde mit einer Kotwasserproblematik. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die Betonung sollte auf hochwertigem Heu in reichlicher Menge liegen. Sorgen Sie für ein gutes soziales Umfeld, liebevolle Zuwendung und eine saubere Umgebung. Widmen Sie sich Ihrem Pferd in dieser Zeit besonders und zeigen Sie ihm, dass Sie ihm helfen wollen.